Die Nachhaltigkeits-Lüge

Die Nachhaltigkeits-Lüge

Ich war gerade drei Tage lang unterwegs, habe in Hotels geschlafen. Dreht man dort abends den Fernseher auf, kommt man nicht umhin, über die Werbungen zu stolpern, die im TV gelegentlich von einem Stück Film unterbrochen werden … 

Nachdem ich daheim nur noch streame bzw. entweder aus Qualitätsgründen (jene der neueren Filme und Serien, nicht der Datenverbindung – die ist schon OK) immer öfter auf meine DVD- und BlueRay-Konserven zurückgreife oder mein Kopfkino aktiviere, bin ich an diesen Werbewahnsinn nicht mehr gewöhnt, sehe ihn deshalb viel bewusster.

Das Wort, das ich dabei am häufigsten gehört habe, war: NACHHALTIGKEIT und ich sage es, wie es ist: Ich kann es nicht mehr hören … denn wir leben unisono eine Nachhaltigkeits-Lüge. Kaufe ich DIESES Auto, lebe ich „nachhaltig“, ebenso bei diesem und jenem Artikel, bei dieser oder jener Dienstleistung.

Ist das so? Was ist das überhaupt – Nachhaltigkeit? Fragt man Dr. Google oder die KI, erhält man folgende Definition: Ressourcen sind so zu nutzen, dass sie sich regenerieren können und auch zukünftige Generationen ihre Bedürfnisse stillen können. Es geht um ein Gleichgewicht zwischen ökologischer Tragfähigkeit, sozialer Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Effizienz. Wenn man bedenkt, dass wir aktuell unseren „Earth Overshoot Day“ (der „Weltserschöpfungstag“ – die Ressourcen eines Jahres sind aufgebraucht) nun schon im Juli erreichen, ist das wohl eine hehre Aufgabe, vor allem die wirtschaftliche Effizienz und die anderen beiden Säulen in Gleichklang zu bringen.

Bringen wir es auf den Punkt – in aller Klarheit: Nachhaltigkeit ist zu einem Marketing-Instrument verkommen und spätestens dann nicht mehr von Relevanz, wenn sich damit kein Geld verdienen lässt. Schlagworte sind hier „Greenwashing“ (ein Unternehmen bzw. ein Produkt grünwaschen) und die sog. Profitlogik (nur so lange es Profit gibt, wird die Idee verfolgt). Dazu kommen politische Interessen, die allerdings gerade massiv nachlassen, mit Nachhaltigkeit lassen sich keine Wahlen (mehr) gewinnen, es ist eher das Gegenteil der Fall (siehe USA).

Nachhaltigkeit ist nichts weiter als ein moderner Mythos geworden, das ist mir bei Auto- (die sind besonders speziell) und sonstiger Werbung wieder einmal bewusst geworden, wie auch beim letzten Einkauf. Ich kriege zwar ein Papiersackerl, aber in diesem Sackerl ist mehr Plastikverpackung denn je.

Warum ich DAS schreibe – male ich nicht schwarz (statt grün)? Nun: in meinem Empfinden ist es Zeit für Klartext und Bewusstmachung bzw. -werdung. Erst dann ist Weiterentwicklung möglich, dann kann SCHEIN zu SEIN werden … und ja, WOLLEN sollten wir das Ganze auch … und das in Verbindung mit Geld, Verdienst und Wirtschaftlichkeit! Da wird noch viel Wasser die z.B. Donau hinunterrinnen. Man wird aber das Gefühl nicht los, dass es in Zeiten wie diesen immer schneller rinnt und uns immer öfter überschwemmt – und das ist nicht gelogen, kein „Gschichterl“, sondern Tatsache – als Zeichen der Zeit.

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Titelbild: KI generiert

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